Veranstaltungen

Plenum

 

PRAXIS-SEMINAR:

MITARBEITERPOTENZIALE FÜR KLIMASCHUTZ UND NACHHALTIGKEIT IN UNTERNEHMEN

 

21.6.2016, 11:00 – 16:00 Uhr, Hamburg

 

Viele Mitarbeiter engagieren sich bereits im Privaten für einen nachhaltigen Lebensstil und die Energiewende.
Wie können Unternehmen dieses Interesse aufgreifen und für die Entwicklung innovativer Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen nutzbar machen?

 

An wen richtet sich das Seminar?
•    Nachhaltigkeits-, CSR- und Umweltbeauftragte
•    Mitarbeiter aus Personalabteilungen
•    Verantwortliche für das Ideenmanagement

 

Referenten
Jeder Workshop wird (terminabhängig) wahlweise betreut von:
•    Prof. Dr. Susanne Blazejewski, Alanus Hochschule
•    Prof. Dr. Carsten Herbes, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
•    Dieter Brübach, Vorstandsmitglied B.A.U.M. e.V.

 

Kosten und Anmeldung
Für das Seminar fällt ein Kostenbeitrag von 333,20 € (280,00 € zzgl. MwSt.) für Mitglieder und 452,20 € (380,00 € zzgl. MwSt.) für Nicht-Mitglieder pro Person an (für eine 2. Person Ihres Unternehmens wird 25 % Rabatt gewährt). Bitte melden Sie sich möglichst bis zum 20.05.2016 an.
Optional kann das Seminar auf Anfrage und nach gesonderter Terminvereinbarung auch firmenspezifisch als inhouse-Seminar gebucht werden (1800 € zzgl. Ust. für Mitglieder bzw.2300 € zzgl. Ust für Nicht-Mitglieder).

Das Programm und Anmeldeformular finden Sie auf der Website des B.A.U.M. e.V.

 

Für Rückfragen:    
B.A.U.M. e.V., Petra Ulrich
Tel. 040 / 4907 1110
petra.ulrich@baumev.de

 

 

 

Fachtagung: Mitarbeiter-PotEEnziale für den Klimaschutz und die Energiewende entdecken und fördern

 

Zum Abschluss des Forschungsprojekts „enEEbler“ fand die Fachtagung „Mitarbeiterpotenziale für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Unternehmen“ statt.

 

Die Potenziale von Unternehmen für Beiträge zur Energiewende und zum Klimaschutz sind bei Weitem nicht ausgeschöpft. Wo es sich wirtschaftlich lohnt oder rechtliche Vorschriften bestehen, investieren Unternehmen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien – trotzdem reichen die gegenwärtigen Anstrengungen nicht aus, um den Herausforderungen des Klimawandels proaktiv zu begegnen. Gleichzeitig gibt es Mitarbeiter, die sich privat mit diesem Thema auseinandersetzen und sich gerne auch an ihrem Arbeitsplatz für den Klimaschutz engagieren möchten, jedoch oft keine Möglichkeit sehen, diesem Interesse nachzukommen. Im Forschungsprojekt „enEEbler“ wird dieser Zusammenhang untersucht und herausgearbeitet, wie Unternehmen das Potenzial ihrer Mitarbeiter für das unternehmerische Klimaschutzengagement heben und fördern können. Bei der Fachtagung wurden erste Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt und mit Unternehmensvertretern und Experten diskutiert.

 

Nach der Begrüßung von Prof. Susanne Blazejewski (Lehrstuhl für Nachhaltige Organisations- und Arbeitsplatzgestaltung, Alanus Hochschule) und Prof. Carsten Herbes (Institute for International Research on Sustainable Management and Renewable Energy, HfWU Nürtingen) sowie dem Moderator Dieter Brübach vom Projektpartner B.A.U.M. e.V. folgte ein Grußwort von Michaela Thorn (Projektträger DLR). Sie erläuterte, warum „enEEbler“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird und welche anderen sozial-ökologischen Themen aktuell erforscht werden und auf der Agenda stehen (Vortrag von Frau Thorn zum Download). Anschließend stellten Herbes und Blazejewski die vorläufigen Ergebnisse des Forschungsprojekts vor (Vortrag ‘enEEbler’ zum Download). Bei Bürgern, die sich privat für den Klimaschutz und die Energiewende engagieren, besteht eine hohe Motivation und Bereitschaft ihr Engagement, ihr Wissen und ihre Kompetenzen auch als Mitarbeiter am Arbeitsplatz einzubringen. Sie versuchen dies auch, machen jedoch z.T. die Erfahrung, keine Wirksamkeit entfalten zu können, bei Kollegen und Vorgesetzen auf Ablehnung zu stoßen oder sogar vermittelt zu bekommen, dass sie für diese Themen nicht zuständig sind. Während einige Mitarbeiter sich daraufhin zurückziehen und auf ihr privates Engagement konzentrieren, entwickeln andere kreative Strategien und Wege, um ihre Anliegen und Ideen jenseits der formalen Strukturen und Zuständigkeiten einzubringen und umzusetzen. Vorreiter sind Unternehmen, die das Engagement durch eine glaubhafte Klimaschutzkultur ermöglichen und fördern. Dies geht meist einher mit einer wirksamen Klimaschutzstrategie, die auf eine aktive Beteiligung der Mitarbeiter setzt und so durch das Engagement und die Ideen der Mitarbeiter getragen und glaubhaft gelebt werden kann. Eine solche Strategie kann durch Instrumente unterstützt werden, die Mitarbeiterinitiativen außerhalb der formalen Rolle ermöglichen (z. B. durch eine partielle Freistellung), alternative Kriterien zur Bewertung grüner Ideen einsetzen und eine Beteiligung der Ideengeber an der Realisation der Vorschläge ermöglichen. Wie solch eine glaubhaft gelebte Klimaschutzkultur gelingen kann, schilderte Ursula Sladek von den Elektrizitätswerken Schönau in ihrem Keynote-Vortrag (Vortrag von Frau Sladek zum Download).

 

Nach der Mittagspause lockerten sich die Teilnehmenden in einer künstlerischen Übung, angeleitet von Ulrike Schwab, um in den anschließenden Foren Impulsvorträge zu hören und zu diskutieren. Themen waren dort die Rolle der ArbeitnehmervertreterInnen im betrieblichen Klimaschutz (Forum 1), die Möglichkeiten und Wege von einzelnen engagierten Klima-Agenten für die Energiewende im Unternehmenskontext (Forum 2), Mitarbeiter-Kompetenzen für die Energiewende im Unternehmen (Forum 3) und die Herausforderungen und Chancen der Klimakultur-Transformation (Forum 4). Die Präsentation in den Foren, die durch Refrenten zur Verfügung gestellt wurden, stehen unter enEEbler.de/veranstaltungen zum Download bereit.

 

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion mit Ursula Sladek (Mitbegründerin und ehem. Geschäftsführerin der Elektrizitätswerke Schönau), Stefan Kohlwes (Deutsche Industrie- und Handelskammer, Mittelstandsinitiative Energiewende) und Ursula Oppermann-Weber (Stabsleitung Mitarbeiterentwicklung, GLS Bank). Die Ergebnisse der Foren wurden zusammengetragen und es konnten einige Erfolgsfaktoren herausgestellt werden: Damit Mitarbeiter ihr privates Engagement für den Klimaschutz und die Energiewende auch am Arbeitsplatz leben können, braucht es Gestaltungsräume für die Ermöglichung von Mitarbeiterengagement. Zugleich ist es für klima-engagierte Mitarbeiter zentral, mit ihren Projekten auch an die Anforderungen und bestehende Diskurse im Unternehmen anzuknüpfen. Einerseits um ihre Vorgesetzten von entsprechenden Projekten und Ideen zu überzeugen, andererseits um andere Mitarbeiter zu mobilisieren, die zur Realisierung der Projekte benötigt werden. Gerade die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und Kommunikation an den Schnittstellen zwischen engagierten Mitarbeitern, ihren Kollegen und Führungskräften wurde als zentraler Erfolgsfaktor für die Entwicklung und Umsetzung von Klimaschutz-Projekten genannt. Unterstützend wirkt eine positive Haltung von Führungskräften gegenüber dem selbstinitiativen Engagement von Mitarbeitern – auch wenn die Projektthemen nicht unmittelbar im Tätigkeitsfeld liegen und nicht direkt profitabel erscheinen. Dies ist eine wesentliche Grundlage einer Ermöglichungskultur, die den Weg für neue Klimaschutz- und Energiewende-Impulse in Unternehmen bereitet.

 

Präsentation aus den Fach-Foren:

Vortrag von Herrn Dahl (hanseWasser) ‚Klimaschutz – Mitarbeitereinbindung bei hanseWasser

Vortrag von Herrn Kohlwes (DIHK) zum ‚Mitarbeitermotivation für Klimaschutz und Energieeffizienz

Vortrag von Herrn Kühner (Universität Hohenheim) zum Forschungsprojekt ‚ProNaK – Produktionsbezogene Nachhaltigkeitskompetenz

Vortrag von Herrn Hinrichs zur ‚Volkswagen Belegschaftsgenossenschaft

 

 

Fachtagung

Raus aus der Routine: Wie können Mitarbeiter die unternehmerische Energiewende fördern?

Viele Menschen zeigen privates Interesse und gesellschaftliches Engagement für einen nachhaltigen Lebensstil und die Energiewende. Im BMBF-Forschungsprojekt „enEEbler – Mitarbeiter-Engagement für Erneuerbare Energien in Unternehmen“ der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen-Geislingen und dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) wird derzeit untersucht, wie Unternehmen das Engagement ihrer Mitarbeitern aufgreifen und in die Entwicklung innovativer Ideen und Geschäftsmodelle einfließen lassen können.

 

Wie persönliches Engagement für Umweltschutz und Energiewende auch in den beruflichen Kontext eingebracht und damit für beide Seiten – Unternehmen und Mitarbeiter – nutzbar gemacht werden kann, wurde am 20. November 2014 in einem Workshop in Nürtingen im Rahmen des Forschungsprojekts mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis diskutiert.

 

Workshop_2014_PlenumDen aktuellen Stand des Forschungsprojekts ‚enEEbler‘ präsentierte Prof. Dr. Carsten Herbes. Auf Basis von Interviews mit engagierten Mitarbeitern wurden u.a. Barrieren identifiziert, die die Übertragung des privaten Engagement in das Unternehmensumfeld behindern (s. Vortrag). Hinsichtlich eines der zentralen Hindernisse, der geringen Rendite aus Energie-Effizienzmaßnahmen, gibt es bereits erste Lösungsansätze wie die Regionale EnergieEffizienzGenossenschaft (REEG). Dieter Brübach (Vorstandsmitglied des B.A.U.M. e.V.) stellte das neue Instrument vor und erörterte die Möglichkeiten der Mitarbeiter-Beteiligung. Dieser Lösungsansatz sieht vor, dass Energie-Effizienz-Projekte in Unternehmen mit genossenschaftlich organisierten Investitionen finanziert werden, wobei die Einsparungsquoten direkt an die Genossenschaftsmitglieder zurück fließen. Ein gutes Praxisbeispiel lieferte die Stieber Druck GmbH, bei der durch Neugestaltung der Beleuchtungsanlagen 40 Prozent an Energie eingespart und die Lichtausbeute um rund 50 Prozent gesteigert werden konnte. Eine weitere Form, um Mitarbeiter-Engagement für die Energiewende in Unternehmen zu fördern, sind Belegschafts-Energiegenossenschaften, die besonders für die Realisierung von Projekten mit Erneuerbaren Energien gegründet werden. Dr. Jens Clausen (Borderstep Institut) stellte die Gründungsgeschichten und Entwicklungsformen der im Projekt untersuchten Belegschafts-Energiegenossenschaften vor. Der dazu gehörige Leitfaden Belegschaftsenergiegenossenschaften kann hier abgerufen werden.

Am Nachmittag fanden zwei Arbeitsgruppen zu ausgewählten Themen aus dem Projekt statt:

 

Workshop_2014_AG_BelEGsProf. Dr. Carsten Herbes und Anja Gräf von der HfWU moderierten die erste Arbeitsgruppe, in dem es um mitarbeiterinitiierte und -finanzierte Projekte in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Unternehmen ging. Eine wichtige Frage für die Mitarbeiter ist, in welchem Rahmen sie die Finanzierung solcher Projekte umsetzen wollen. Hier gibt es neben den schon am Vormittag vorgestellten Belegschafts-Genossenschaften weitere Optionen. Über seine Erfahrungen mit mitarbeiterfinanzierten EE-Anlagen in der Rechtsform der GbR berichtete Karl-Heinz Müller von Bau-Fritz. Aber auch ganz andere Settings sind denkbar, wie die BAUM-Zukunftsgenossenschaft sowie Crowdfunding über die Crowdinvesting-Plattform bettervest, die von Marilyn Heib vorgestellt wurde. Crowdfunding erscheint auf den ersten Blick nichts mit mitarbeiterfinanzierten Projekten zu tun zu haben, bettervest eröffnet aber die Möglichkeit, die Auktion zunächst auf die Mitarbeiter eines Unternehmens zu beschränken und nur wenn die geplante Finanzierungssumme nicht zu Stande kommt, weitere Interessierte einzuladen. Im Workshop wurden die Unterschiede zwischen den Optionen herausgearbeitet. So kann in Genossenschaften z.B. eine basisdemokratische Entscheidungsfindung umgesetzt werden, wohingegen die Mitarbeiter in der Crowdfunding-Alternative lediglich das Geld geben, aber das Projekt im Anschluss durch das Unternehmen umgesetzt wird. Auch in den Kosten bestehen erhebliche Unterschiede: So haben typische Investoren bei bettervest eine höhere Verzinsungserwartung als Mitglieder von Belegschaftsgenossenschaften. Darüber hinaus fallen bei bettervest einmalig Verwaltungskosten von 10% der Investitionssumme plus 1% pro Jahr an. Die Gegenüberstellung dieser Alternativen soll im Projekt weiter ausgearbeitet werden, um Mitarbeitern, die ein Projekt bei ihrem Arbeitgeber realisieren wollen, eine gut fundierte Entscheidung über das geeignete Vehikel zu ermöglichen.

 

Die zweite Frage, die die Teilnehmer intensiv diskutierten war die nach geeigneten Erlösmodellen. Das bisherige Erlösmodell der meisten Belegschaftsgenossenschaften, nämlich die Errichtung einer Photovoltaikanlage mit Einspeisung nach EEG ist mit dem EEG 2014 wirtschaftlich in den meisten Fällen uninteressant geworden. Prof. Herbes stellte verschiedene Optionen wie Eigenverbrauchsmodelle, lokalen Direktverbrauch (Direktlieferung) und Pachtmodelle vor. Diese sind auch in einem kürzlich erschienenen Artikel des enEEbler-Teams dargestellt. Oliver Faltus und Nils Refle von ProEngeno, die selbst schon eine Belegschaftsgenossenschaft umgesetzt haben, berichteten von den energierechtlichen Pflichten und Verwaltungsaufgaben bei solchen Modellen und dass so etwas mit ehrenamtlichen Vorständen allein nicht mehr leistbar sei. Es gibt aber diverse Dienstleister, unter anderem die ProEngeno selbst, die als Abwickler im Hintergrund diese Aufgaben erfüllen können. Es wurde deutlich, dass gerade in mittelständischen Betrieben, die höhere Strompreise bezahlen als Großunternehmen, ein finanzieller Spielraum besteht. Das heißt, die Mitarbeiter können in ihrer Anlage den Strom unter Nutzung von Direktlieferungsmodellen z.T. so günstig erzeugen und an das Unternehmen liefern, dass dieses für den grünen Strom nicht oder kaum mehr bezahlen muss als bei seinem bisherigen Versorger.

 

Trotz der viel beklagten Änderungen im EEG gibt es also sowohl auf der Finanzierungs- als auch auf der Absatzseite verschiedene Modelle, die wirtschaftlich sinnvoll sind und mitarbeiterfinanzierte EE-Anlagen im Unternehmenskontext ermöglichen. Welches davon am besten geeignet ist, muss nach den Kontextfaktoren im jeweiligen Unternehmen entschieden werden.

 

Die zweite Arbeitsgruppe zu dem Thema Mitarbeiter-Beteiligung, Unternehmenskultur und Innovationsmanagement wurde von Prof. Dr. Susanne Blazejewski (Alanus Hochschule) und Caroline Paulick-Thiel (nextlearning) moderiert. Prof. Dr. Blazejewski stellte zunächst den Ansatz des enEEbler-Projekts zum Zusammenhang von Mitarbeiterengagement, Innovationsorientierung und Unternehmenskultur vor. Die Kultur umfasst dabei drei Ebenen:

- Die sichtbare Handlungsebene: Wie handeln wir? Sind Initiativen von Mitarbeitern zur Energiewende möglich und werden sie durchgeführt?

- Die Ebene der Reflexion, der Ziele und Werte: Was ist uns wichtig? Bieten z.B. die Leitwerte des Unternehmens und die Diskurse der Führungsebenen Anknüpfungspunkte und Unterstützung für Mitarbeiterengagement zur Energiewende?

- Die Ebene der (unbewussten) Haltungen, die letztlich handlungsbestimmend sind: Was bewegt uns wirklich? Nehmen Mitarbeiter im Unternehmen Nachhaltigkeit tatsächlich als zentralen Bestimmungsfaktor wahr? Arbeiten wir glaubwürdig an der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens oder folgen wir nur gesellschaftlichen Konventionen?

 

Bezogen auf die unternehmerische Energiewende können zwischen den einzelnen Ebenen Widersprüche und Spannungen entstehen: zum Beispiel zwischen expliziten Normen des Unternehmens (Nachhaltigkeits-Leitwerte und -Programme) und unbewussten Haltungen und Handlungen der Mitarbeiter  (Nachhaltigkeit wird nicht wirklich als wichtig empfunden und daher auch nicht umgesetzt). Oder: einzelne Mitarbeiter sind persönlich hochmotiviert, Energie- und Nachhaltigkeitsinitiativen zu starten, geraten aber mit den bestehenden Handlungsroutinen oder gegenläufigen impliziten Normen im Kollegen-/Führungskreis an ihre Grenzen.

 

 

Workshop_2014_AG_Kultur_FDFranziska Dittmer berichtete anschließend aus den Interviews mit engagierten Mitarbeitern, die einerseits eine hohe Motivation und Bereitschaft aufzeigen, sich mit Eigeninitiative für die nachhaltige Entwicklung ihrer Unternehmen einzusetzen. Gleichzeitig legten die Interviews offen, dass engagierte Mitarbeiter im Arbeitsumfeld oft auf Unverständnis und mangelnde Unterstützung treffen, wenn sie EE-Projekte entwickeln wollen. In der Arbeitsgruppe wurden auch Erfahrungen und Lösungsvorschläge ausgetauscht, wie diese Spannungen und Konflikte gelöst werden können: Uwe Urbschat, Leiter des Bereiches Kultur- und Identitätsmanagement der Weleda AG, betont die Bedeutung der menschlichen Begegnung und einer gewachsenen Verantwortungskultur, die eine wertvolle Basis für Kreativität und Innovationskraft der zusammenarbeitenden Menschen im Unternehmen ist. Um dies zu ermöglichen finden bei Weleda regelmäßig Dialogwerkstätten statt. Zudem können sich die Mitarbeiter durch Hospitationstage abteilungsübergreifend  austauschen, neue Ideen und Projekte entwickeln und das gegenseitige Verständnis vertiefen. Stephan Bongwald, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Barmenia Versicherungen, berichtete unter anderem über positive Erfahrungen der Erweiterung des Vorschlagswesen, bei der Vorschläge zu Nachhaltigkeitsthemen durch Sonderpunkte und Prämien hervorgehoben wurden.

 

Das Forschungsprojekt enEEbler läuft noch bis Februar 2016. Um weitere, möglichst umfassende Erkenntnisse über die Mechanismen von Mitarbeiter-Motivation und Unternehmensentwicklung im Zusammenhang mit Klimaschutz und Energiewende zu erlangen, ist das Forschungsteam weiterhin offen für weitere Partner-Unternehmen, die sich den Fragen des Projektteams zu Mitarbeiterbeteiligung und nachhaltigen Initiativen öffnen wollen. Interessierte können sich an Frau Franziska Dittmer (franziska.dittmer(at)alanus.edu), Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft,  wenden.

 

Die Gesamtergebnisse des Forschungsprojekts werden auf einer Fachtagung „Mitarbeiter-Potentiale für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Unternehmen – Lösungen für die Praxis“ vorgestellt und diskutiert. Sie findet voraussichtlich am Donnerstag, den 26.11.2015 an der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn statt.