Fachtagung: Mitarbeiterpotenzial für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Unternehmen

Plenum

 

Mitarbeiter-PotEEnziale für den Klimaschutz und die Energiewende entdecken und fördern

 

Zum Abschluss des Forschungsprojekts „enEEbler“ fand die Fachtagung „Mitarbeiterpotenziale für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Unternehmen“ statt.

 

Die Potenziale von Unternehmen für Beiträge zur Energiewende und zum Klimaschutz sind bei Weitem nicht ausgeschöpft. Wo es sich wirtschaftlich lohnt oder rechtliche Vorschriften bestehen, investieren Unternehmen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien – trotzdem reichen die gegenwärtigen Anstrengungen nicht aus, um den Herausforderungen des Klimawandels proaktiv zu begegnen. Gleichzeitig gibt es Mitarbeiter, die sich privat mit diesem Thema auseinandersetzen und sich gerne auch an ihrem Arbeitsplatz für den Klimaschutz engagieren möchten, jedoch oft keine Möglichkeit sehen, diesem Interesse nachzukommen. Im Forschungsprojekt „enEEbler“ wird dieser Zusammenhang untersucht und herausgearbeitet, wie Unternehmen das Potenzial ihrer Mitarbeiter für das unternehmerische Klimaschutzengagement heben und fördern können. Bei der Fachtagung wurden erste Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt und mit Unternehmensvertretern und Experten diskutiert.

 

Nach der Begrüßung von Prof. Susanne Blazejewski (Lehrstuhl für Nachhaltige Organisations- und Arbeitsplatzgestaltung, Alanus Hochschule) und Prof. Carsten Herbes (Institute for International Research on Sustainable Management and Renewable Energy, HfWU Nürtingen) sowie dem Moderator Dieter Brübach vom Projektpartner B.A.U.M. e.V. folgte ein Grußwort von Michaela Thorn (Projektträger DLR). Sie erläuterte, warum „enEEbler“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird und welche anderen sozial-ökologischen Themen aktuell erforscht werden und auf der Agenda stehen (Vortrag von Frau Thorn zum Download). Anschließend stellten Herbes und Blazejewski die vorläufigen Ergebnisse des Forschungsprojekts vor (Vortrag ‘enEEbler’ zum Download). Bei Bürgern, die sich privat für den Klimaschutz und die Energiewende engagieren, besteht eine hohe Motivation und Bereitschaft ihr Engagement, ihr Wissen und ihre Kompetenzen auch als Mitarbeiter am Arbeitsplatz einzubringen. Sie versuchen dies auch, machen jedoch z.T. die Erfahrung, keine Wirksamkeit entfalten zu können, bei Kollegen und Vorgesetzen auf Ablehnung zu stoßen oder sogar vermittelt zu bekommen, dass sie für diese Themen nicht zuständig sind. Während einige Mitarbeiter sich daraufhin zurückziehen und auf ihr privates Engagement konzentrieren, entwickeln andere kreative Strategien und Wege, um ihre Anliegen und Ideen jenseits der formalen Strukturen und Zuständigkeiten einzubringen und umzusetzen. Vorreiter sind Unternehmen, die das Engagement durch eine glaubhafte Klimaschutzkultur ermöglichen und fördern. Dies geht meist einher mit einer wirksamen Klimaschutzstrategie, die auf eine aktive Beteiligung der Mitarbeiter setzt und so durch das Engagement und die Ideen der Mitarbeiter getragen und glaubhaft gelebt werden kann. Eine solche Strategie kann durch Instrumente unterstützt werden, die Mitarbeiterinitiativen außerhalb der formalen Rolle ermöglichen (z. B. durch eine partielle Freistellung), alternative Kriterien zur Bewertung grüner Ideen einsetzen und eine Beteiligung der Ideengeber an der Realisation der Vorschläge ermöglichen. Wie solch eine glaubhaft gelebte Klimaschutzkultur gelingen kann, schilderte Ursula Sladek von den Elektrizitätswerken Schönau in ihrem Keynote-Vortrag (Vortrag von Frau Sladek zum Download).

 

Nach der Mittagspause lockerten sich die Teilnehmenden in einer künstlerischen Übung, angeleitet von Ulrike Schwab, um in den anschließenden Foren Impulsvorträge zu hören und zu diskutieren. Themen waren dort die Rolle der ArbeitnehmervertreterInnen im betrieblichen Klimaschutz (Forum 1), die Möglichkeiten und Wege von einzelnen engagierten Klima-Agenten für die Energiewende im Unternehmenskontext (Forum 2), Mitarbeiter-Kompetenzen für die Energiewende im Unternehmen (Forum 3) und die Herausforderungen und Chancen der Klimakultur-Transformation (Forum 4). Die Präsentation in den Foren, die durch Refrenten zur Verfügung gestellt wurden, stehen unter enEEbler.de/veranstaltungen zum Download bereit.

 

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion mit Ursula Sladek (Mitbegründerin und ehem. Geschäftsführerin der Elektrizitätswerke Schönau), Stefan Kohlwes (Deutsche Industrie- und Handelskammer, Mittelstandsinitiative Energiewende) und Ursula Oppermann-Weber (Stabsleitung Mitarbeiterentwicklung, GLS Bank). Die Ergebnisse der Foren wurden zusammengetragen und es konnten einige Erfolgsfaktoren herausgestellt werden: Damit Mitarbeiter ihr privates Engagement für den Klimaschutz und die Energiewende auch am Arbeitsplatz leben können, braucht es Gestaltungsräume für die Ermöglichung von Mitarbeiterengagement. Zugleich ist es für klima-engagierte Mitarbeiter zentral, mit ihren Projekten auch an die Anforderungen und bestehende Diskurse im Unternehmen anzuknüpfen. Einerseits um ihre Vorgesetzten von entsprechenden Projekten und Ideen zu überzeugen, andererseits um andere Mitarbeiter zu mobilisieren, die zur Realisierung der Projekte benötigt werden. Gerade die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und Kommunikation an den Schnittstellen zwischen engagierten Mitarbeitern, ihren Kollegen und Führungskräften wurde als zentraler Erfolgsfaktor für die Entwicklung und Umsetzung von Klimaschutz-Projekten genannt. Unterstützend wirkt eine positive Haltung von Führungskräften gegenüber dem selbstinitiativen Engagement von Mitarbeitern – auch wenn die Projektthemen nicht unmittelbar im Tätigkeitsfeld liegen und nicht direkt profitabel erscheinen. Dies ist eine wesentliche Grundlage einer Ermöglichungskultur, die den Weg für neue Klimaschutz- und Energiewende-Impulse in Unternehmen bereitet.

 

Präsentation aus den Fach-Foren:

Vortrag von Herrn Dahl (hanseWasser) Klimaschutz – Mitarbeitereinbindung bei hanseWasser‘

Vortrag von Herrn Kohlwes (DIHK) zum ‚Mitarbeitermotivation für Klimaschutz und Energieeffizienz

Vortrag von Herrn Kühner (Universität Hohenheim) zum Forschungsprojekt ‚ProNaK – Produktionsbezogene Nachhaltigkeitskompetenz

Vortrag von Herrn Hinrichs zur Volkswagen Belegschaftsgenossenschaft